Lectorix' Sommertrip…

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Den alten Ägyptern sei Dank – wir spülen nicht mehr per Hand…

Posted by lectorix - August 22, 2010

Ja, ich bin stolz auf uns. Wir haben heute Großartiges geleistet. Und ich bin froh, dass meine Schwiegermutter ihrem Sohn ein Mindestmaß an altgeschichtlichem Wissen hat angedeihen lassen. Denn ohne die Schlittentechnik, die die alten Ägypter beim Pyramidenbau eingesetzt haben, hätten wir die verflixte Spülmaschine nie zu zweit aus dem Keller in die Küche gebracht.

Aber von Anfang an. Ich mochte die Küche, die unser Vermieter im Haus hat einbauen lassen, noch nie. Sie ist irgendwie im Ausverkauf beim Baumarkt günstig erstanden worden und ziert seit mindestens 10 Jahren (davon 5 Jahre bei uns) die Küche. Sie passt weder ins Zimmer (links und rechts ist ausreichend unnötiger freier Raum), noch ist sie besonders hübsch und erst recht hat sie keine modernen Geräte drin. Zugegeben, die alten Herdplatten entzückten meine Schwiegerverwandtschaft, da im heutigen Zeitalter der Ceranfelder das alte Waffeleisen für die Weihnachtsbäckerei nirgends außer bei uns zielbringend verwendet werden konnte. Trotzdem, ich hätte arg gern eine moderne Küche, z.B. mit einem Ofen, wo ich nicht bei der Hälfte der Backzeit das Blech einmal im Uhrzeigersinn drehen muss, weil’s hinten schon anbrennt, wo’s vorn noch fast flüssig ist…

Heute geht’s allerdings um die Spülmaschine. Diese funktionierte passabel – bis vor „einiger Zeit“ (sagen wir so ein oder zwei Jahre – gefühlt sicherlich 3 Jahre *fg*) eine Riesensauerei unter unserer Küchenzeile war, als die Spülmaschine leckte. Nun – kein Problem für den Mann, den ich innig liebe, der aber eher sparsam veranlagt ist – eine Fettpfanne fängt so ziemlich genau die Wassermenge auf, die überläuft, daher muss man den Geschirrspüler auch nicht unbedingt auswechseln. Die Taktik wäre mir eingängig gewesen, hätten wir nicht unsere alte Spülmaschine aus der früheren Wohnung seit Einzug in dieses Haus im Keller stehen – sei’s drum, am letzten Sonntag endlich gab dann die leckende gemietete Minna den Geist für immer auf. Mit Freude und Elan spülte ich eine Woche per Hand (erstaunlich übrigens, wie schnell man in Studentengehabe zurückverfällt – 1 Löffel, 1 Gabel und 1 Messer sowie nötigenfalls ein Teller müssen doch wohl für eine Woche genügen – zumindest für Mami?). Und tatsächlich, heute stand Spülmaschinenwechsel auf dem Programm, ohne dass ich überhaupt ein Wort sagen musste.

Tja, das Teil ist verflixt schwer. Also wirklich schwer. So schwer, dass ich bei Nachbars klingelte, in der Hoffnung, einen der fast erwachsenen Drillinge zum Schleppen zu gewinnen. Mein Pech – keiner daheim. Also ich und mein Mann. Und ein brüllendes Schlumpfi, das gar nicht einsehen wollte, dass die Eltern im Keller werkeln und es selbst oben bei Dutzenden von Spielzeug (aber alleine) sein gefühlt restliches Leben fristen musste. Half ja alles nix – nach mehreren vergeblichen Versuchen, das Teil einfach hochzuschleppen, orientierten wir uns an unserem Geschichtsunterricht (ja – wehe es kommen ein ITler und eine Ärztin zusammen, die ein Faible für Geschichte haben) und bauten die Spülmaschine kurzerhand in ein ägyptisches Pyramidensportgerät um. Der Schlitten war kunstvoll aus Spanngurten, Handtüchern und Umzugskartons geschnürt, und das Ganze rutschte dann unter Einsatz aller körperlichen Kräfte auf einem halben Dutzend weiterer Umzugskartons die Treppe hoch.

Jetzt geht's gleich los... Ich ziehe, Martin schiebt von unten :-)

Zwischendrin hatten wir noch ein nettes Intermezzo, als wir versuchten, unsere Konstruktion durch das Kleinkinder-Sicherungs-Treppengitter zu schieben. Wir merkten dann spontan auf halbem Weg, dass nicht nur der Geschirrspüler sauschwer war, sondern auch sämtliche Schraubenzieher im Haus im Keller (und somit hinter meinem Mann und hinter dem Geschirrspüler) waren. Ihr werdet es kaum glauben, aber selbst mit einer postpartalen Statur wie der meinen kann man sich wie eine Achtjährige über’s Treppengeländer (Eiger-Nordwand gefühlt, naja, Noris-Steig im Fränkischen wahrscheinlich real vom Schierigkeitsgrad her) zum Staunen von Mann und Kind waghalsig abseilen, den Schraubendreher aus dem Keller schnappen, zurückklettern und mit pumpendem Herzen dann so cool wie möglich das Treppengitter aus der Wand schrauben, während der arme Gatte weiterhin die gekippte Spülmaschine in Position hielt.

Danach kamen eigentlich von meiner Seite aus nur kleinere Hindernisse – denn für den Einbau war der Chef selbst zuständig und meine Handlangerdienste beliefen sich auf gelegentliches Schieben, Heben und Ablesen der Wasserwaage. Die kaputte Maschine wanderte auf gleichem Weg (nur wesentlich geübter) die Treppe runter in den Keller, bis der Vermieter sie abholt oder wir das Haus kaufen und sie auf den Schrott werfen. Und in meiner Küche schnurrt die eigene Maschine – und ich bin einfach nur stolz und glücklich…

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